Unknown – Kapitel 1 -

17 07 2009

Der Regen plätschert gegen das geschlossene Fenster. Ich sitze auf einem maroden alten Holzstuhl in meinem ein Zimmer Appartement. Wie konnte es soweit kommen? Was habe ich nur falsch gemacht? Immer wieder dieselben Fragen, die ich mir stelle. Jedoch fallen mir keine Antworten ein. Nichts ist mir mehr geblieben.
Ich lehne mich zurück, starre an die vergilbten Wände und zünde mir eine Zigarette an. Nur ein kleiner Runder Tisch, ein altes durchgelegenes Bett sowie eine Kommode befinden sich in diesem Raum. Auf der Etage gibt es eine Toilette und eine Dusche für ca. acht Personen.
Wie konnte ich da nur rein geraten. Keine Perspektive. Alles hatte so gut angefangen. Doch dann wendete sich das Blatt. Nun sitze ich in einer heruntergekommenen Behausung und zähle die Minuten.

Ich muss da wieder rauskommen. Ich habe es schon einmal geschafft. Natürlich war auch Glück dabei, aber ich habe es aus eigener Motivation geschafft.

Ich stehe auf und gehe rüber zum Fenster. Das prasseln des Regens wirkt beruhigend. Ich öffne das Fenster und puste den blauen Dunst meiner Zigarette in den Abendhimmel dieser mich verschlingenden Großstadt. Hier bin ich nur ein unbedeutender Niemand. Keiner kennt mich. Keiner weiß, was ich zuvor gemacht habe. Das könnte doch auch meine große Chance sein.

Der Mond scheint sehr hell in dieser trüben Nacht. Ich stelle mir den Stuhl vor das geöffnete Fenster, den Aschenbecher und meine Zigaretten lege ich in meinen Schoß und lasse das vergangene einmal Revue passieren.





unknown -kapitel 4-

8 08 2009

Ich stehe von meinem Bett auf und gehe rüber zur Kommode. Darin befindet sich noch ein kleiner Schluck Whiskey, den werde ich mir jetzt erst einmal gönnen. Ich schenke mir ein Glas ein und stelle mich wieder ans Fenster. Mein Blick fällt auf die Uhr. Es ist mittlerweile viertel nach eins.

Vielleicht sollte ich erst einmal versuchen zu schlafen. Leider ist daran jedoch im Moment überhaupt nicht zu denken. Ich zünde mir wieder eine Zigarette an, setzte mich auf den Boden unmittelbar vor dem Fenster.

Das Buch der Erinnerung scheint mich so gefesselt zu haben, dass ich selbst zu dieser Nachtschlafenden Zeit nicht davon lassen kann.
Wieder nehme ich es auf und beginne darin rumzublättern.

Zunächst überschlage ich einige Seiten.

Dann bleibt mein Blick auf einem Bild hängen, an das mich noch sehr gut erinnern kann. Zu sehen sind Neil, seine spätere Freundin Melissa, Neil´s Boss in der Werkstatt, Mr. Stewart sowie ich in den Amen eines nett dreinblickenden Mädchens.

Es war der Tag an dem Neil seine Prüfung zum Kfz-Mechaniker bestand. Wir feierten gemeinsam mit seinem Boss in einem kleinen Pub in der nähe der Werkstatt. An diesem Abend kamen Melissa, die Tochter von Mr.Stewart und Neil zusammen. Sie war wohl das einzige Mädchen das Verstanden hatte, dass Neil sehr viel Zeit und Geduld brauchen würde, bevor er sich wieder auf eine neue Beziehung einlassen konnte. Mr. Stewart war so nett und ließ Neil nach den Geschehnissen mit Linda eine Auszeit. Erst zwei Monate später setzte Neil seine Ausbildung in der Werkstatt fort. Melissa und er sahen sich oft. Sie fand ihn schon immer sympathisch. Eine Zeit lang haben Sie sich jeden Abend noch zusammen im Büro der Werkstatt hingesetzt und geredet. Der Funke ist bei beiden schon sehr früh über gesprungen. Neil konnte jedoch zu keinem Zeitpunkt Linda vergessen. Melissa verstand dies und gab ihm die Zeit die er brauchte um sich auf eine neue Beziehung einzulassen. Fast eineinhalb Jahre hatte es letztendlich gedauert. Sicher hatte Neil zwischenzeitlich die eine oder andere Frau kennengelernt. Jedoch wagte er nie den Schritt sich längerfristig mit ihnen einzulassen.

Die Feier war sehr schön und ausgelassen. Auch Neil´s Kollegen Jim und Francis waren anwesend. Wir spielten Darts und Billard und tranken zudem einige Pints Guiness.

Wieder fällt mein Blick auf das Bild. Nun erkannte ich wie betrunken wir alle an diesem Abend gewesen sein mussten. Ich sehe genauer hin mein Blick fällt auf das Mädchen in meine Armen. Keira. Sie war meine beste Freundin und arbeitete zu diesem Zeitpunkt in dem kleinen Café inmitten der Innenstadt. Ich lernte sie an meinem ersten Arbeitstag bei der Hestings Group kennen. Nach meinem Abschluss als Jahrgangsbester fing ich dort als Junior Analyst an und wollte schnellst möglich zu einem der erfolgreichsten Wirtschaftsberater aufsteigen.
Jeden Morgen holte ich mir in dem kleinen Café meinen ersten Kaffee. Mit diesem setzte ich mich an einen kleinen Rundtisch vor der Tür und rauchte noch eine Zigarette bevor es ins Büro ging. Nach etwa zwei Wochen kam ich das erste mal mit Keira ins Gespräch. Sie war en sehr hübsches junges Mädchen. Leider hatte sie zu Hause Probleme und so beendete sie die Schule ohne Abschluss um schnell von dort wegzukommen. Eigentlich sollte ihr Weg in die Hauptstadt führen. Leider hatte sie es soweit nicht geschafft. Sie blieb auf ihrer Reise in unserem hübschen Vorort hängen und Shelly O´Heara gabelte sie eines Abends am Bahnhof auf. Sie saß wie ein Häufchen Elend auf einer Bank, weinte und konnte sich nicht einmal mehr ein Fahrticket leisten. Shelly nahm das junge Mädchen bei sich auf und verschaffte Ihr den Job bei ihrem Schwager Timothy Riley.

Das „Rileys“ war ein sehr beliebtes Café, da es hier auch einen leckeren Mittagstisch zu annehmbaren Preisen gab.

Keira machte sich hier sehr gut und so beschloss Tim sie hier im Restaurantfach auszubilden. Er versuchte ihr zu helfen, wo er nur konnte. Er beschaffte ihr auch die erste eigene Wohnung.

An diesem Abend lernte ich diese Wohnung auch kennen. Ich mochte sie sehr, bin jedoch nie davon ausgegangen, dass da mehr hätte sein können. Eine feste Freundin hatte ich zu jenem Zeitpunkt nicht. Ich möchte nicht sagen, das ich einen sehr hohen Frauenverschleiß hatte, jedoch habe ich auch niemals binden wollen. So kamen und gingen die Bekanntschaften wieder. Dafür verachtete mich Neil. Er konnte mit diesem Lebensstil nichts anfangen. Das war wohl immer der einzige Punkt, bei dem wir uns nicht einig waren.

Als ich am nächsten morgen neben Keira aufwachte war ich schon etwas erschrocken. Vor allem jedoch über mein eigenes Verhalten. Gerade weil ich ihre Lebensgeschichte kannte. Ich hörte ihr gerne zu, wenn sie von ihrer Vergangenheit sprach und versuchte ihr Trost zu spenden. Und ich lauschte aufmerksam ihren Vortsellungen über die Zukunft. Darin versuchte ich sie zu stärken. Ihre Augen fingen an zu leuchten. Einmal in die große Hauptstadt kommen. Dort Leben. Das war es was sie wollte.

Ich stand aus ihrem Bett auf und begab mich in die Küche. Ich setzte mich an den Küchentisch und rauchte erstmal eine Zigarette. Außerdem kochte ich einen starken Kaffee. Da ich schon dabei war, fing ich an das Frühstück zuzubereiten. Ich habe die Nacht bei meiner vielleicht besten Freundin verbracht und werde ihr wohl jetzt sehr weh tun müssen. Da konnte ich zumindest das Frühstück machen.

Keira stand etwa eine halbe Stunde später auf und kam in die Küche. Sie sah mich mit großen, leuchtenden Augen an. Sie schwieg. Auch ich konnte in diesem Moment kein Wort sagen. Das beste was mir einfiel war, dass ich ihr sagte, ich habe bereits Frühstück gemacht. Das konnte sie selbstverständlich sehen. Sie bedankte sich und setzte sich an den Tisch. Es war noch einige Minuten ruhig, bis sie endlich etwas sagte. Mit unsicherer Stimme fragte sie ich, ob mir jetzt unangenehm sei, was geschehen war. Ich wusste keine Antwort darauf. Mein Herz schlug schneller und ich bemerkte wie sich Schweißperlen auf meiner Stirn bildeten.

Ich zuckte mir den Schultern und wendete meinen Blick von ihr ab. Daraufhin stand sie auf und ging ins Badezimmer. Ich konnte ihr weinen deutlich hören. Ich saß noch weitere zehn Minuten da, bis ich mich entschloss meine Sachen zu nehmen und zu gehen.

Als ich zu Hause ankam saß mein Vater gerade zeitunglesend im Wohnzimmer in seinem Schaukelstuhl. Ich ging wortlos an ihm vorbei. Er linste über die Ränder seiner Brille und sah mir kurz nach. In meinem Zimmer angekommen setzte ich mich auf mein Bett und nahm mir ein Buch in die Hand, in dem ich niederschrieb, was ich in diesem Moment fühlte.

Eben dieser Eintrag befindet sich drei Seiten vor dem Foto des Abends von Neils kleiner Feier:

„Ich sitze auf meinem Bett und fühle mich als müsste ich mich jeden Moment übergeben. Die Blicke meines Vater an dem ich gerade vorüberging waren wie kleiner stechende Blitze in mein Herz. Er sah mir bestimmt an, dass ich Mist gebaut habe.

Ich mag sie unendlich gerne. Aber ich liebe sie doch nicht. Zwar suche ich ihre Nähe und höre ihr unheimlich gerne zu. Jedoch habe ich noch keine Gedanken darüber gemacht, dass da auch mehr sein könnte. Ihre wunderbaren blauen Augen sehen mich jeden Morgen lächelnd an, wenn sie mir meinen Kaffee überreicht. Abends, wenn ich einsam in meinem Bett liege und der Tag nicht so gelaufen ist, wie er hätte laufen sollen, denke ich an ihr unbeschreiblich einzigartiges Lachen und es geht mir besser.

Ich suche ihre Nähe wo ich nur kann und verbringe unheimlich gerne meine Zeit mit ihr. Eigentlich merke ich gerade wo ich diese Zeilen schreibe, dass es nicht nur die Nähe zu ihr ist, die sich ich so sehr genieße. Noch abends, wenn ich zu Bett gehe, habe ich ihren lieblichen Duft in der Nase und wenn ich sie einen Tag morgens nicht sehen konnte, sind dies anstrengende und trostlose Tage. Verdammt, ich glaube, dass es doch genau das ist, was man in einer Beziehung sucht. Ich kann mir reden und diskutieren. Ich kann mit ihr über ernsthafte Themen genauso sprechen wie ich mit lachen kann.

Sie sagte einmal scherzhaft zu mir, ich sei der einzige Mann, der ihr das Gefühl von Wärme und Gutmütigkeit vermitteln würde. Und was habe ich jetzt getan? Ich glaube, ich lieb sie und wollte es mir niemals eingestehen…“

Ich erinnere mich noch daran, dass ich an diesem Tag aufgesprungen und zu meinem Vater gerannt bin. Ich habe ihm erzählt, was geschehen war und wie ich empfinde. Ich bat ihn um Rat.

Es war wohl das erste mal, dass mein Vater mir nicht exakt aufzeigte, was ich tun sollte, sondern nur sagte, ich solle tun, was mein Herz mir sagt. Mein Herz gebe mir die Richtung vor, die nun einschlagen solle.

Eigentlich befolgte ich immer die Ratschläge meines Vaters. Diesmal wusste ich jedoch überhaupt nicht, was ich hätte tun sollen.

Ich rannte aus dem Haus und ging rüber zu Neil, in der Hoffnung, dass er bereits wach sei. Ich klopfte wild an die Haustüre seiner Eltern. Jedoch öffnete mir niemand. Zunächst. Nach einer Viertelstunde, ich saß bereits resignierend auf der Veranda, kam Neil aus dem Haus. Er sah völlig übermüdet und noch nicht vollständig ausgenüchtert aus. Wir setzten uns auf die Bank auf der Veranda und ich begann ihm alles zu erzählen.

Ich erzählte ihm haarklein alles, was ich empfand. Als ich mich wieder zu ihm drehte sah ich das seine Augen geschlossen waren. „Ey, hast du mir überhaupt zugehört?“ fragte ich ihn leicht erzürnd. „Klar alter“, sagte er und fuhr fort „aber was willst du jetzt eigentlich von mir? Mir musst du nicht erzählen wie du dich fühlst. Nachdem was du heute getan hast, solltest du das jemanden anderem, und zwar schnellst möglich, erzählen und hoffen, nein beten, dass es noch nicht zu spät ist!“

Das waren genau jenen klaren Worte, die ich zu diesem Zeitpunkt gebraucht habe. Ich nahm Neil kurz in den Arm, bedankte mich bei ihm und rannte so schnell ich konnte los.

Ich hätte Melissa, die gerade aus dem Haus kam, beinahe über den Haufen gerannt. Mit einer flüchtigen Entschuldigung verabschiedete ich mich und war etwa zwanzig Minuten später wieder bei Keira vor der Haustür.

Ich klingelte ein paar mal, doch leider öffnete mir niemand. Ich fing an unter ihrem Fenster ständig ihren Namen zu rufen und das sie bitte aufmachen solle. Nach zehn Minuten kam Mrs. Makowski aus dem Haus. Eine ältere Dame die zwar immer freundlich aber doch ein wenig merkwürdig war. Ich nutzte die Gelegenheit und ging nach oben vor Keira´s Wohnungstür. Dort klopfte ich fest an die Tür. Dann entschloss ich mich einfach durch die Tür hinweg meine Gefühle zu offenbaren:

„Keira, es tut mir leid was heute Morgen passiert ist. Ich wollte es wohl einfach nicht wahrhaben. Ich habe noch einmal über alles nachdenken müssen. Du bist ein ganz besonderes Mädchen. Du bist meine beste Freundin, und ich musste mir erst einmal darüber klar werden, was da gerade in mir vorgeht. Ich habe mich falsch verhalten, dass weiß ich, aber ich will es wieder gut machen. Bitte, mach die Tür auf…Dein lächeln ist es, was darüber entscheidet ob ein Tag erfolgreich wird oder nicht. Wenn du mich am Morgen nicht anlächelst, wird es ein beschissener Tag. Wenn ich dein lächeln am Morgen sehen darf, habe ich das Gefühl alles erreiche zu können. Es ist auch nicht der Duft des Kaffees, der mich jeden Morgen ins Café treibt. Das bist du…bitte glaube mir…ich war ein Idiot, aber es musste mir erst richtig klar werden. Ich…“

In diesem Moment öffnet sich die Tür und Keira stand mit roten verweinten Augen vor mir. In diesem Moment sehe ich Sie an und beginne zu lächeln. „Ich liebe dich!“ sagte ich zu ihr.





unknown -Kapitel 3-

3 08 2009

24.08.1996

Ein trüber Tag began. Zumindest im Bereich der emotionalen Gefühlswelt. Es war ein sonniger morgen. Um neun Uhr waren es bereits 17°C, welches für die örtlichen Gegebenheiten schon ziemlich viel war.

Officer McMulligan kam gegen zehn Uhr zu Neils Eltern. Wir saßen gemiensam auf der Veranda und niemand vin uns sprach ein Wort.
Es dauert etwa eine halbe Stunde bis McMulligan aus dem Haus der Lassiters kam. Er ging wortlos an uns vorbei, setzte sich seinen Streifenwagen und fuhr los. Neils Mutter kam auf die Veranda, nahm ihn in den Arm und sagte ihm, er müsse erst heute Nachmittag mit dem Officer sprechen. Er solle sich noch etwas ausruhen.

Selbstverständlcih war zu diesem Zeitpunkt nicht an ausruhen zu denken. Er stand auf, lief langsam die Verandatreppe hinunter und begb sich zum Straßenrand. Er blickte nach rechts die Straße hinauf. Jener weg, welchen Lnda am Vorabend ging. Jener Moment, in der er sie das letzte mal sah.
In diesem Moment schossen ihm die Tränen in die Augen und der setzte sich auf dem Fußweg nieder.
Ich stand wie angewurzelt auf der Verande neben seiner Mutter und wusste nicht was ich tun sollte, bis ich mich schließlich entschloss, zu ihm zu gehen. Ich setzte mich neben ihn und nahm ihn in den Arm. Sagen konnnte ich zu diesem Zeitpunkt noch immer nichts.

Wir saßen einfach nur da. Wir merkten nicht einmal wie der Himmel sich zuzog und die SOnne langsam verschwand. Plötzlich fing es noch an zu regnen. Wir saßen einfach nur da.

Gegen 14 Uhr kam Neils Vater nach Hause. Er musste arbeiten und hatte von dem Vorfall erst am Vormittag erfahren. Sein Chef erlaubtre ihm früher zu gehen um gemeinsam mit Neil und mir zur Polizei zu fahren.

Während der Fahrt dorthin versuchte er uns behutsam darauf vorzubereiten, dass dies nochmal ein schwieriger Moment werden würde. Er sagte wir sollen uns all die Zeit nehmen die wir brauchen.

Ich denke, nichts was er hätte sagen können hätte einen von uns darauf vorbereitet, was nun kam.

McMulligan und sein Kollege, Officer Darryl Wayens stellten sich vor und baten uns in unterschieldiche Räume. McmUlligan ging mit Neil in einen kleinen Raum ind dem ein Tisch und drei Stühle standen. Er bat Neils Vater draußen zu warten. Er könne sich einen Kaffee nehmen und im Warteraum auch gerne etwas lesen, sagte er. Ich ging mit Wayens den Flur hinunter in einen Raum, der nicht größer war als eine Abstellkammer. Er bat mich, mich zu setzen. Einige Sekunden herrschte noch Stille. dan drehte sich zu mir herum…

Das Verhör

Wayens bat mir ein Glas Wasser an. Er nahm sich eine Zigarette und zündete diese genüsslich an. Ich fragte ihn, ob ich auch eine haben könne. Mehr Wiederwillig gab er mir eine Zigarette und Feuer.

Er fragte mich, ob ich schon wüsste wie der aktuelle Stand der Ermittlungen ist. Da ich eigentlich noch nichts wusste teilte ich ihm dies mit.

Noch heute wird mir schlecht wenn ich an die Worte von Officer Darryl Wayens denke:
„Wir haben heute morgen gegen 5:30 Uhr die Information bekommen, dass eine ältere Dame beim spazieren gehen mit ihrem Hund die Kleidungstücke eines Mädchens gefunden hat.
Sie rief die Polizei und wir konnten anhand es beiliegenden Portmonaise erkennen, dass es sich um Linda hielt.“

Ich konnte einfach nur vor mich hinstarren. Heute kann ich sagen, dass der noch junge Officer nicht gerade mit sehr viel Feingefühl an dieses Thema herantrat. Ich dachte in diesem Moment auch an Neil. Hoffentlich ist McMulligan behutsamer als dieser tölpel.

Ich sollte ihm den gesamten Tagesablauf des 23.081996 noch einmal schildern.

„Es war ein Freitag wie jeder Freitag. An diesem Tag musste ich nicht zur Schule gehen. Auch Neil hatte sich freigenommen. Wir trafen uns am Samstag morgen um neun Uhr. Zumindest waren wir um die Zeit verabredet. Neil kam jedoch zwanzig Minuten später – wie üblich. Ich hatte bereits meinen Kaffee und Frühstück bestellt. Neil setzte sich zu mir und bestellte ebenfalls. Gegen viertel vor zehn haben wir unsere Bestellung erhalten und umgehend mit dem Essen begonnen. Zwischendruch haben uns eigentlcih nur über belanglose Dinge unterhalten und eninpaar Scherze gemacht. Ich erinnere mich an einen Mann, der beim vorbeilaufen an unserem Tisch versehntlcih gegen Neils rechte Schulte stieß. Da er sich aber nicht entschuldigte rief Neil im etwas nach. Er sagte ihm er solle doch etwas aufpassen oder so ähnlich. Der Mann drehte sich einmal kurz um, grinste verwegen und lief weiter.
Wir unterhielten uns über das bevorstehende Straßenfest und er berichtete mir, dass er vor haben Linda einen Ring zu schenken. Sie habe ihn vor einigen Tagen in einem Juweliergeschäft geshen und gesagt er würde ihr gefallen. Sie hatte nicht gesagt, dass sie ihn haben wolle, aber er war fest entschlossen ihr damit eine Freude zu machen. Nachdem wir mit dem Frühstück fertig waren gingen wir zu besagtem Juwelier. Der Ring sollte 380 Pfund kosten. Da Neil selten sein Geld sparte wurde das eng für ihn. Aber er sagte, er habe sich in letzter Zeit zusammengerissen. Wir gingen in das Geschäft und Neil kaufte den Ring. er hatte exakt 380 Pfund für den Ring dabei. Das Frühstück habe ich bezahlt.
Neil wollte Linda am Nachmittag gegen 15:00 Uhr bei ihr zu Hause abholen. Da schaffte er es auch grundsätzlich pünktlich zu sein. Ich ging gegen zwei Uhr noch einmal zu mir nach Hause und sah ein wenig fern. Um halb vier kamen Linda und Neil bei mir vorbei. Wir haben noch eine Stunde fern gesehen und sind dann zu Neil gegangen. Dort haben wir uns gemütlich in den Vorgarten gestezt und uns unterhalten.“

Ich schilderte Wayens also den Tagesablauf bis zum nächsten Morgen. Jenem Moment, als ich erfuhr was geschehen war.

Obwohl ich noch immer keine Informationen hatte was nun tatsächlich geschehen war bat Wayens mich nun vor der Tür einen kurzen Augenblick zu warten.

Ich sah den Flur hinunter um zu sehen, ob Neil noch immer in der Vernehmung war. Ich konnte ihn jedoch nicht sehen. Ich starrte auf die Uhr, welche über jenem Raum hing, in dem Wayens gerade wild gestikulierend telefonierte.

Es vergingen ca. zehn Minuten bis Wayens mich wieder in den Raum bat. Er sagte mir nur noch, dass er alles wissenswerte aufgenommen hätte und ich mich jederzeit bei ihm melden solle, wenn mir weitere Einzelheiten einfallen würden. Dann konnte ich gehen. Ich dachte mir in diesem Moment wie es sein kann, dass es gewesen sein könne. Nichts. Keine Info. Er hörte mir eine halbe Stunde zu, ließ mich warten und dann sollte ich gehen.

Auch auf meine Frage nach den Geschehnissen bekam ich von Wayens keine Informationen. Er dürfe mir noch nichts sagen.
Neil kam etwa zehn Minuten nach mir aus dem Gespräch. Er lief schweigend zur Tür und wir gingen beide wortlos über die Straße und setzten uns auf einer im gegenüberliegenden Park stehenden Parkbank hin.

Neil began damit, mir zu erzählen was laut bisherigen Ermittlungen geschehen sein soll. Er erzählte mir, dass Linda von einer bisher unbekannten Person auf dem nach Hauseweg abgefangen wurde. Später fand eine Spaziergängein Kleidungsstücke an einem Waldweg.

Linda´s Leiche wurde um viertel vor sieben an einem kleinen Bach in der Nähe dieses Weges gefunden. Noch vor acht Uhr hatte Ihr Vater sie identifizieren können.

Neil bat mich, ihn zu diesem besagten Waldweg zu begleiten. Er wollte unbedingt einmal dorthin gehen. Ich versuchte zwar, ihm davon abzuraten. Jedoch erfolglos.

Es war bereits sieben uhr am Abend als wir mit unseren Fahrrädern an jenem Weg ankamen. Uns verwunderte, dass hier nichts abgespärt worden war. Das obwohl die Polizei noch nichtzs genaueres über den Tathergang sagen konnte oder wollte.

Wir gingen den Weg entlang in Richtung des kleinen Flusses. etwa zehn Meter bevor wir den Fluss erreichten sah Nel etwas am Rand des Weges schimmern. Es war eine kleine Kette. Eine für den Arm. Neil sah sich die Kette an, konnte jedoch nichts besonderes finden. Auf der Innenseite der Kette befand sich nur ein Gravur: „TimmyD.“
Mehr stand dort nicht. Neil wollte die Kette schon wegwerfen. Ich nahm die Kette an mich und steckte sie in meine Tasche. Warum weiß ich nicht geau. Vielleicht habe ich zuviele Krimifilme gesehen und dachte das auch hier der kleine übersehene Hinweis den Täter entlarven wird.

Neil und ich setzten uns an den Fluss und rauchten eine Zigarette. Erst jetzt began er mit mir über sein Befinden zu sprechen.

Zu diesem Zeitpunkt konnten wir uns nicht vortsellen, dass alles wieder werden würde, wie es einmal war…





unknown-kapitel 2 -

22 07 2009

Die Dunkelheit des Raumes scheint mich aufzufressen. Ich nehme mir das staubige alte Buch, welches auf dem Nachtisch neben meinem Bett liegt und beginne darin zu blättern.

In diesem Buch befinden sich alte Notizen aus längst vergangenen Tagen, manche kaum noch zu lesen, einige Bilder. Erinnerungen an eine Zeit in der alles noch in Ordnung war. Es ist eine Art Tagebuch, das nicht täglich geführt wurde. Nur stückchenweise erzähle Ich dort die Geschichte meines Lebens.

Auf der fünften Seite finde ich einen Eintrag:

„17.03.1991

Es gießt wie aus Eimern. Ich kann mich nicht daran erinnern, heute schon einmal die Sonne gesehen zu haben. Als ich das Fenster meines Zimmers öffne bemerke ich den lieblichen Duft der Wiesen und Wälder um mich herum. Mr. Lohan, unser Nachbar bringt gerade seinen Müll nach draußen und grüßt mich freundlich. Er ist ein sehr netter Nachbar. Wenn ich ihm bei der Gartenarbeit helfe, drückt er mir immer fünf Pfund in die Hand.

Diese habe ich mir immer in meinen Nachtisch gelegt. Ausgeben wollte ich es nicht. Noch nicht.

Eigentlich wollte ich mit meinem besten Freund Neil heute Fußball spielen. Aber bei dem Regen lassen unsere Eltern uns niemals auf den Bolzplatz.

Ich habe Neil vor drei Jahren kennengelernt. Er war gerade erst mit seinen Eltern umgezogen. An seinem ersten Schultag war er sehr nervös. Ich habe mich mit ihm unterhalten, weil er mir leid tat, als er so alleine in der Ecke stand. Nach kurzer Zeit wurde daraus die beste Freundschaft, die man sich vorstellen kann. Wir vertrauten uns blind. Wir zogen fast jeden Tag durch die Straßen unserer kleinen Ortschaft oder gingen gemeinsam Fußball spielen. Später wollten wir beide Fußballprofis werden. Bei unserem Ortsansässigen Fußballverein kannte man uns sehr gut. Ständig haben wir uns in das kleine Stadion vor der Ortseinfahrt geschlichen und dort trainiert. Anfangs wollte man uns immer wieder verscheuchen. Nachdem wir aber gemeinsam mit unserer Jugendmannschaft in der höchsten Klasse unserer Alterstufe Meister wurden, ließ man uns gewähren.

In den Ferien waren wir jeden Tag dort. Wir sind morgens um acht Uhr mit unseren Fahrrädern losgefahren und kamen erst spät am Abend wieder nach Hause.

Neil lernte eines Tages im Jahr 1993 Linda kennen. Er war gerade 14 Jahre alt und sie ging in unsere Parallelklasse.

Sie war ein sehr hübsches Mädchen mit schulterlangen, blonden Haaren und blauen Augen. Anfangs hatte ich, wie wohl jeder heranwachsende in dieser Situation angst, dass dies unserer Freundschaft einen Abbruch tun könnte. Linda war jedoch nicht sehr besitzergreifend. Zudem verstand ich mich auch so gut mit ihr, dass sie uns des öfteren begleitete.“

Sicher fragen sie sich jetzt, wie ich das alles aus meinem Buch ablesen kann, obwohl es sich dabei um zukünftige Ereignisse handelt. So kommen jedoch die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Bröckchen aus meinem Buch besser zur Geltung.

Ich blättere weiter in meinem Buch und lande auf Seite neun. Dort steht nur eine Zahl. In dicken schwarzen Buchstaben steht dort geschrieben: 23 96. Ich kann diese Zahl zu diesem Zeitpunkt nicht zuordnen. Ist es ein Datum? Was soll es bedeuten? Ich blättere weiter. Die darauf folgenden sieben Seiten sind leer. Auf der achten Seite steht über die ganze Seite verteilt eine acht. Wieder eine Seite weiter finde ich ein Bild von Neil und Linda. Neil war bereits 17 Jahre alt. An seiner Oberlippe bildete sich langsam ein dünner Bart. Linda lächelt zufrieden und überglücklich in die Kamera. Als ich genauer hinsehe, sehe ich dass die beiden auf einem Baumstamm neben dem Haus von Neils Eltern sitzen. Es scheint auf dem Foto bereits dunkel zu sein. In der linken Hand hält Neil eine Zigarette. Den linken Arm hat er um Linda gelegt und drückt sie fest an sich. Als wolle er sie niemals wieder loslassen.

Ich muss gestehen, immer eine wenig neidisch auf Neil gewesen zu sein. Er hatte mit Linda etwas wunderbares. Sie war nicht nur das Mädchen, das er liebte, sondern sie verstanden sich blind.

Ich erinnere mich nun, dass an diesem Abend in der Straße in der Neil mit seine Eltern wohnte ein Straßenfest stattfand. Mein Atem wird schwerer. Mein Puls schlägt schneller. Nun erinnere ich mich wieder, was die Zahlen zu bedeuten hatten.

Es war der 23. August im Jahre 1996. Neil und ich verabredeten uns gemeinsam auf das Straßenfest zu gehen. Wir wollten ein paar Biere mit seinen Eltern trinken, zur Musik tanzen und die Nacht zum Tage machen. Linda war selbstverständlich dabei. Insgeheim hoffte auch ich, ein Mädchen wie sie kennen zu lernen. Natürlich hegte ich zu keinem Zeitpunkt tiefgehendere Gefühle für sie. Aber das was sie und Neil hatten, dass wollte ich auch. An diesem Abend wurde mir klar, dass Neil und ich zwar beste Freunde sind, die niemals etwas trennen könnte. Jedoch als ich das Foto von Neil und Linda schoß, merkte ich, wie nah sich die beiden sind. Ich freute mich für ihn. Mein bester Freund hat die große Liebe seines Lebens gefunden. Wir tranken, tanzten, lachten und waren einfach nur rundum zufrieden. Nichts schien diese Glückseligkeit stören zu können.

Ich stehe auf und lege das Buch zur Seite. Erst mal eine Zigarette. Ich merke wie mein Blutdruck zu steigen beginnt und ich schwerer atme. Mein Hände zittern. Nochmals nehme ich das Buch auf. Ich werfe einen Blick auf die Ziffern. Die Ziffern sieben Seiten vor der Acht. 23 96.

Der 23.08.1996. Es war der letzte Tag an dem wir gemeinsam so glücklich beisammen saßen. Es war der letzte Tag an dem Neil seine Linda in den Armen hielt.

Es war der letzte Tag an dem er Linda gesehen hat.

Linda´s Vater kam um drei Uhr etwa vorbei und wollte sie abholen. Neil bat ihn, das sie bei ihm übernachten könne. Doch er ließ dies nicht zu. Zwar hatte er nichts gegen die Beziehung der beiden, aber Gewisse grenzen mussten eingehalten werden.

Er erlaubte seiner Tochter noch eine halbe Stunde zu bleiben. Dann solle sie nach Hause kommen. Da sie nur drei Straßen weiter wohnte, wollte sie zur ausgemachten Zeit schnell alleine nach Hause laufen. Ich war sehr betrunken und schlief bereits auf der Veranda des von Neil´s Nachbarn. Neil war noch wach. Jedoch kaum in der Lage zu laufen.

Er wollte sie nicht gehen lassen. Aber sie wusste was ihr blühen würde, würde sie nicht nach Hause kommen.

Sie lächelte Neil an und verabschiedete sich. Sie gab ihm einen Kuss und sagte, dass sie sich morgen wieder sehen würden.

Neil sah ihr hinterher. Als sie gerade am Ende der Straße abgebogen war fielen ihm die Augen zu.

Ich öffnete meine Augen als die Sonne gerade begann, mir in die diese zu scheinen. Ich sah niemanden um mich herum. Als ich von der Veranda aus nach unten in den Vorgarten ging sah ich Neil am Straßenrand hocken. Neben ihm stand Linda´s Vater.

Wieder gehe ich ans Fenster und sehe mir den Himmel an. Das alles kann ich doch nicht vergessen haben, so dass ich ein Buch benötige um mich wieder daran zu erinnern.

Erneut nehme ich das Buch auf und blättere weiter. Auf den folgenden Seiten befinden sich einige kleine Zeitungsausschnitte über das entführte und ermordete Mädchen.

Neil und ich waren gerade 17 Jahre alt. Neil hatte zuvor eine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker begonnen. Ich ging noch zur Schule. Ich wollte studieren. Jura oder Medizin. Egal. Hauptsache hoch angesehen.

Am 24.08.1996 saßen wir beide auf dem Polizeirevier. Dort erklärte uns ein gewisser Officer McMulligan, was laut den bisherigen Ermittlungen geschehen sein sollte.





Der Waldrand

17 07 2009

Es war ein gewöhnlicher April Freitag. Die Sonne ist bereits vor einigen Stunden untergegangen.
Ich war gerade bei Freunden zum Abendessen. Anschließend haben wir uns wie es so üblich ist noch unterhalten und ein paar Gläser Wein getrunken.
Meiner Frau ging es nicht so besonders. Sie wollte an diesem Abend lieber zu Hause bleiben.
Es war schon spät als ich mich auf den Weg nach Hause machte. In diesem Moment hätte ich lieber das Auto dabei gehabt. So lag noch ein einstündiger Fußmarsch vor mir. Als ich gerade die große Kreuzung vor dem Rathaus überquerte, viel mir ein, dass es schneller und bequemer wäre, die Abkürzung über den Feldweg am Waldrand zu nehmen.
Das Feld führt direkt am Wald vorbei.
Ich kenne diesen Wald sehr gut. Schon als Kind sind meine Freunde und ich dort zum spielen durch das Dickicht des Waldes geturnt. Wir haben uns Lager gebaut und sind in die Bäume geklettert. Als ich gerade acht oder neun Jahre alt war, schaffte ich es bis in die Krone des höchsten Baumes der ersten Lichtung zu klettern.
Ich bildete mir also ein, diesen Wald zu kennen. Zudem bin ich kein Feigling und muss keine Angst haben einem dunklen Wald auf einem nicht beleuchteten Feldweg.

Es dauerte keine fünf Minuten bis ich an besagtem Weg ankam.
So nur noch die ein bis zwei Kilometer Feldweg, einmal links und wieder rechts, schon bin ich zu Hause. Meine Frau schläft sicher schon. Sie ist bestimmt auf dem Sofa beim lesen oder fernsehen eingeschlafen.
Nun ja, in einer Viertelstunde werde ich dort sein und es sehen.

Ich hatte bereits einen drittel des Weges hinter mich gebracht, da hörte ich ein leises rascheln im Wald. Da das mit Sicherheit nur die Tiere des Waldes sind, habe ich dem keine weitere Beachtung geschenkt.
Ein wenig mulmig wurde mir jetzt schon. Es war doch dunkler als ich dachte.

Die hälfte des Weges lag nun hinter mir und mittlerweile war ich wieder etwas beruhigter.

Mir viel gerade ein, dass ich vergessen habe bevor ich gehe in den Briefkasten zu gucken. Das hatte ich meiner Frau doch versprochen. Sollte etwas Wichtiges dabei sein, werde ich es ihr gleich hineinbringen, sagte ich zu ihr. Passt schon. Ich sehe einfach jetzt nach, wenn ich da bin.
Nun erkannte ich bereits in der Ferne die Straßenlaterne, welche den Weg direkt am Ende des Waldrandes beleuchtet. Gleich bin ich zu Hause.
In diesem Moment hörte ich plötzlich Stimmen aus dem Wald. Ich blieb stehen, ging etwas näher an die Büsche heran. Es war zu dunkel. Ich sah nur die ersten Bäume und schließlich ein dunkles nichts.
Ich blieb eine Weile stehen, um zu lauschen.
Da, wieder. Stimmen. Sie scheinen sehr weit entfernt zu sein. Ich blieb wie angewurzelt stehen und ging immer wieder kleinere Schritte nach vorn und wieder zurück.
Wieder. Stimmen. Es schienen unterschiedliche Stimmen zu sein. Ist es ein lachen?
Ein Schrei ertönte und verhallte in eisiger Stille. Nun wurden die Stimmen lauter. Kamen sie näher?
Nun wiederholten sich die Schreie.
Ich wagte mich nun einige Meter in den Wald hinein. Nur so weit, dass ich den Weg noch sehen konnte.
Nichts. Nichts mehr passierte. Stille.

Ich wollte gerade weiter gehen – da wieder diese Stimmen. Der Wind um mich herum wurde immer stärker. Vielleicht habe ich mich geirrt und es waren nur die Blätter der Bäume die im Wind aneinander rasselten. Ja, das wird´s gewesen sein.

Ich gehe lieber weiter – da ist schon nichts.

Ich lief schnell zurück zum Weg und setzte meinen Heimweg fort. Zwischendurch hörte ich immer wieder dieselben Geräusche, machte mir aber keine Gedanken mehr darüber.
Kurz darauf kam ich zu Hause an. Meine Frau lag bereits im Bett.
Ich setzte mich noch ein paar Minuten vor den Fernseher und sah mir die Wiederholungen des Nachmittags an.

Irgendwie muss ich eingeschlafen sein. Plötzlich weckte mich meine Frau, ihr ging es sichtlich besser, und ich sah auf die Uhr.

Oje, es war bereits nach elf und ich wollte an diesem Samstag doch noch unbedingt das Auto waschen. Meine Frau brachte mir einen herrlich duftenden Kaffee und gab mir die Zeitung.

Als ich die zweite Seite aufblätterte traf mich der Schlag – Ich wurde kreidebleich und verbrühte mich an dem heißen Kaffee, der sich über meinem Schoß ergoss.

ENDE








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